Buchtipp: Der kleine Milchvampir. Oder: eine Ode ans Langzeitstillen.

* Beitrag enthält Werbung *

Eine kuschelige Decke, eine heiße Tasse Tee und ein gutes Buch – mehr braucht es bei Schmuddelwetter eigentlich nicht, um mich glücklich zu machen. Heute möchte ich euch ein solches Buch vorstellen. Es handelt sich um keinen dicken Schmöker und auch nicht um einen Ratgeber, es geht vielmehr darum, allen Still-Mamis da draußen Mut zu machen, die sich viel zu oft rechtfertigen müssen und sich immer häufiger fragen, ob das Langzeitstillen womöglich doch „falsch“ ist…

Der kleine Milchvampir

Ihr kennt ihn alle – den kleinen Milchvampir. Jede Still-Mami hat mindestens ein kleines milchsaugendes Monster zu Hause und was anfangs noch ein wunderbarer Moment der Innigkeit und eine besondere Verbindung zwischen Mutter und Kind ist, kann mit der Zeit zu einem Problem werden: der kleine Milchvampir wächst und mit ihm auch sein Appetit und irgendwann auch die Unzufriedenheit an ganz unterschiedlichen Stellen. So kann z.B. der Papa irgendwann ungehalten reagieren oder auch die „Außenwelt“. Vielleicht möchte auch die Mama selbst die Stillbeziehung beenden – was dem kleinen Milchvampir so gar nicht in den Kram passt. Alternativen sind zwar spannend, am Ende hilft aber doch nur Mama-Milch. Bis der kleine Milch-Vampir eines Tages genauso so groß sein möchte wie seine ältere Schwester und bei Oma und Opa übernachten will… Da gibt es aber keine Mama-Milch , aber die Mama hat eine Idee…

Über die Autorin

Sandra Schindler arbeitete als Übersetzerin und Lektorin ehe sie selber zu Schreiben anfing. Die Inspiration für den kleinen Milchvampir, ihr erstes Buch, bekam sie durch ihre beiden Töchter und ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Stillen und Abstillen! Sie befürwortet das Langzeitstillen – ebenso wie ich – und ist der Meinung, dass jede Frau, jedes Still-Team den für sich richtigen Weg finden und gehen muss, ohne sich bei anderen dafür zu rechtfertigen. Eine großartige Einstellung, wie ich finde 🙂 Zum Ende ihrer zweiten Stillbeziehung hätte sie sich ein Buch wie „Der kleine Milchvampir“ gewünscht – aber sowas gab es da noch nicht. Also griff sie selber zu Stift und Papier 🙂

Herausgekommen ist ein wunderbares Buch, illustriert von Sandra Seiffart, das Mamis Mut macht, ihren Weg zu gehen. Und das auch langzeitgestillten Kindern, die sich durchaus schon Bilderbücher angucken, helfen kann, sich von Mama abzunabeln. Denn der kleine Milchvampir ist wie sie, er spiegelt ihre Bedürfnisse wieder und zeigt ihnen, dass es auch schön sein kann, sich von Mama’s Milchbar zu trennen. Das Schöne dabei ist, dass es auf jeder Seite einen netten Vierzeiler in Reimform gibt – gerade Reime verinnerlichen jüngere Kinder unheimlich gut! Hinter dem Buch steht ein wirklich sinnvolles Konzept 🙂

Auch was für Mami

Sandra Schindler richtet sich auf drei Seiten im Buch auch an euch Mamis. Sie geht auf die Bedeutung der Stillbeziehung ein, macht euch Mut, euren Weg zu gehen und sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen. Denn wie lange eine Stillbeziehung andauert und auf welche Weise sie endet, entscheiden nur Mutter und Kind allein!

Was mir das Buch gebracht hat

Nichts. Und das dürft ihr bitte nicht falsch verstehen – vor allem du nicht, liebe Sandra! Ich habe das Stillen geliebt und genossen, aber mein Mausekind hat sich Mitte Juni dazu entschieden, unsere Stillbeziheung zu beenden. Und das war schlimm für mich. Es hat mich ein wenig unvorbereitet getroffen. Eines Abends zog sie einfach mein T-Shirt runter ohne vorher anzudocken, lächelte mich an und steckte sich ihren „Nucki“ in den Mund. Bääm. Einfach so! Da hätte ich mir dann doch lieber einen Milchvampir wie im Buche gewünscht, den man langsam in eine andere Richtung hätte schubsen müssen… Dann hätte ich mich nämlich darauf vorbereiten können! So saß ich da in meinem Bett, mein „Baby“, das längst schon kein Baby mehr war, lag neben mir und ich habe mich nur gefragt, ob’s das nun war. Ja. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt… Und alle Welt um mich rum kam nur mit schlauen Sätzen wie „Sei doch froh!“ oder „Die ist jetzt ja auch alt genug…“

Das Buch hat mir also „nichts“ gebracht, weil ich es erst bekommen habe, als Mausekind sich bereits abgestillt hatte 😉 Und NUR deshalb hat es mir nichts gebracht! Es hätte mir mit den lieben und aufmunternden Worten aber bestimmt über diese Zeit hinweg geholfen, in der ICH ein wenig hilflos war. Ein Gutes hat diese Sache aber: ich kann nun gut nachfühlen, wie sich ein Baby bzw. Kind fühlen muss, wenn ihm die Brust genommen wird, wenn es diesen Moment der Zweisamkeit nicht mehr genießen darf. Und das bestätigt mich nur einmal mehr in meiner persönlichen Meinung zum Stillen: tut es, so lange es euch und eurem Kind gut tut! Und wenn ihr euch dafür entscheidet, die Stillbeziehung aus welchem Grund auch immer zu beenden, entreißt eurem Kind nicht unvorbereitet die Milchbar – das tut nämlich ganz schön weh…

Internet

Falls ihr noch mehr Infos zu Sandra Schindler und ihrem kleinen Milchvampir haben möchtet, könnt ihr zum einen mal rübersurfen auf ihre Homepage oder ihr auch sehr gerne euer Däumchen auf Facebook schenken! Ich weiß, dass sie sich darüber sehr freuen würde 🙂

Kauf-Hinweis

„Der kleine Milchvampir“ von Sandra Schindler ist erschienen im GrünerSinn-Verlag unter der ISBN-Nummer 978-3-946625-02-5 und kostet 9.95 Euro

Kategorie Bücherregal

Ich bin Svenja, Mitte 30 und Mami von Mausekind und Zwergenmann. Von Beruf bin ich Erzieherin und zusammen mit den Kindern, einem wundervollen Ehemann und den drei Stubentigern lebe ich im Emsland.

Kommentar verfassen