Rauchmelder retten Leben – und sind seit dem 1. Januar 2016 fast überall Pflicht!

Heute mal ein Thema, das vor allem dem Vollblutpapi sehr am Herzen liegt: Rauchmelder! Er muss als Feuerwehrmann oft  zu Einsätzen ausrücken, bei denen auch noch Personen im brennenden Gebäude vermutet werden. Mit welchem Gefühl die Einsatzkräfte zum Brandort rausfahren, könnt ihr euch vermutlich vorstellen: sie gehen erstmal vom Schlimmsten aus, stellen sich auf eine Menschen- oder auch Tierrettung ein, hoffen, dass sie noch rechtzeitig kommen.

Brände schneller bemerken

Viele Brände könnten sehr viel schneller bemerkt werden, wenn Rauchmelder installiert sind. Aus diesem Grund gibt es seit dem 1. Januar 2016 in Deutschland fast flächendeckend eine Rauchmelderpflicht. Im Klartext heißt das, dass in allen Wohnhäusern und Wohnungen in den Schlafräumen und den Fluchtwegen Rauchmelder installiert sein müssen! In einigen Bundesländern gibt es diese Pflicht für Neu- und Bestandsbauten schon länger, andere Bundesländer ziehen in den kommenden Jahren nach. In folgenden Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht bereits: Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Aber ganz unabhängig davon, ob Pflicht oder nicht – der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, wie wichtig diese piependen Lebensretter sein können! Für uns ist es selbstverständlich – nicht nur weil der Vollblutpapi bei der Feuerwehr ist! Es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, wer für die Montage und Wartung der Rauchmelder in Mietwohnungen verantwortlich ist. Wer sich schlau machen möchte, kann hier mal nachschauen: Rauchmelderpflicht

Im Einsatz

Vor einigen Jahren wurde die Feuerwehr zu einem Wohnhausbrand alarmiert. Nachbarn hatten sich Sorgen gemacht, weil sie den Hausbewohner einige Tage nicht gesehen hatten. Die verständigte Polizei stellte Brandgeruch am Gebäude fest und forderte aus diesem Grund die Feuerwehr an. Der Vollblutpapi stellte sich gedanklich auf so ziemlich alles ein und sollte dennoch mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Als sie am Einfamilienhaus ankamen, sah die Lage gar nicht so schlimm aus – es schlugen keine Flammen aus den Fenstern, es war kein Rauch zu sehen. Aber es gab die Vermutung, dass sich noch eine Person im Gebäude befinden könnte. Also Tür öffnen und rein. Sie fanden den Bewohner. Tot. Das Feuer war in der Küche ausgebrochen, der Bewohner hielt sich zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Raum auf und wurde zu spät auf den Brand aufmerksam. Durch die Rauchgase, die er eingeatmet hatte, verlor er das Bewusstsein und verstarb schließlich an einer Rauchgasvergiftung. Das Feuer ging von alleine wieder aus, da es irgendwann keine Nahrung mehr fand – Sauerstoff fehlte. Den Zustand des Bewohners werde ich nicht weiter beschreiben… Die Erzählungen des Vollblutpapis, der dort nach so vielen Jahren bei der Feuerwehr seine erste Brandleiche sah, haben mir einen Schauer über den Rücken gejagt. Es dauerte einige Zeit bis er diesen Einsatz hinter sich lassen konnte…

Rauchmelder retten Leben

Wären dort Rauchmelder installiert gewesen, wäre der Bewohner vermutlich eher auf das Feuer aufmerksam geworden. Denn das Schlimmste an so einem Brand sind gar nicht mal die Flammen, sondern die Rauchgase. Bereits wenige Atemzüge führen zur Bewusstlosigkeit und zum Tod. Und was viele nicht wissen: im Schlaf riecht man nichts! Bricht also nachts irgendwo im Haus ein Feuer aus, z.B. wegen eines technischen Defekts an einem Elektrogerät, bekommt man das unter Umständen gar nicht mit. Man atmet den giftigen Rauch im Schlaf ein. In so einem Fall kommen die Rettungskräfte dann oft zu spät.

Wo Rauchmelder angebracht werden sollen

Rauchmelder gehören in alle Schlafräume und Fluchtwege (Flure etc.). Aber auch in Räumen mit hoher Brandlast sind sie sinnvoll, z.B. in Abstellräumen und Kellern. Zusätzlich können sie auch noch in Wohnräumen angebracht werden – was durchaus Sinn macht, denn gerade in Wohnzimmern hat man in der Regel eine ganze Reihe von Elektrogeräten, die durch einen technischen Defekt in Brand geraten könnten. In Badezimmern und in der Küche können die kleinen Lebensretter einen hingegen in den Wahnsinn treiben, weil sie auch durch aufsteigenden Wasserdampf auslösen!

Was heißt „Pflicht“? Kontrolliert das jemand?

Nein, kontrollieren tut es niemand. Aber wenn es zu einem Brand kommt und in den Räumlichkeiten keine Rauchmelder installiert sind, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. Denn fehlen die Rauchmelder, ist das ein Verstoß gegen die Bauordnung und das kann zu einem strafrechtlichen Verfahren führen. Außerdem könnte dann auch die Versicherung (Gebäude- und/oder Hausratversicherung) die Leistungen kürzen!

Wenn’s brennt – Kinder-Finder

Ich wünsche niemandem, dass ein Feuer in den eigenen vier Wänden ausbricht. Und ich hoffe, dass auch wir davon verschont bleiben. Aber für den hoffentlich nie eintretenden Fall gibt es neben Rauchmeldern noch weitere kleine für die Feuerwehrleute sehr nützliche Lebensretter: Kinder-Finder!

Im Prinzip sind das „nur“ kleine Aufkleber, die an den Türen der Kinderzimmer oder noch besser am Türrahmen der Kinderzimmer angebracht werden sollten – und zwar im unteren Bereich! Warum?! Damit die Einsatzkräfte sie sehen! Der Rauch bildet sich, wie ihr oben im Video sehen konntet, sehr schnell und er steigt im Raum nach oben, wird dann von der Decke aber regelrecht nach unten gedrückt. Und er ist schwarz wie die Nacht, man sieht die Hand vor Augen nicht. Aus diesem Grund bewegen sich Feuerwehrleute in diesem Rauch auch immer am Boden fort. Selbst die beste feuerfeste (Taschen)Lampe bietet dabei nur wenig mehr Sicht, aber sie hat einen Vorteil: trifft ihr Schein auf die angebrachten Kinder-Finder, reflektiert diese den Lichtschein. So wissen die Einsatzkräfte, dass sich in diesem Raum unter Umständen ein Kind befindet! Und das ist unglaublich wichtig. Denn bei Gefahr und vor allem bei Feuer und Rauch tun Kinder vor allem eines: sie verstecken sich. Und dabei sind sie mucksmäuschenstill. Sehen die Einsatzkräfte beim Durchsuchen eines Hauses aber so einen Kinderfinder, sehen sie nochmal extra genau nach: unter Betten und sonstigen Möbeln, wo ein Kind drunter passen könnte, in Schränken, Regalen etc.

 

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Kategorie Blog, Familienleben

Ich bin Svenja, Mitte 30 und Mami von Mausekind und Zwergenmann. Von Beruf bin ich Erzieherin und zusammen mit den Kindern, einem wundervollen Ehemann und den drei Stubentigern lebe ich im Emsland.

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