Von Bräuchen, Deko und Besinnlichkeit: wie wir Weihnachten feiern.

 

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa dann ist Weihnachtstag!


Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl,
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch vom vor’gen Jahr,
wie’s am Weihnachtsabend war?

 

Ja, morgen ist schon Heilig Abend! Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Mir persönlich fehlt ja das passende Wetter. Die frühlingshaften Temperaturen haben mich ja fast dazu verleitet, die Ostereier statt der Christbaumkugeln an den Weihnachtsbaum zu hängen 😉  Es muss ja nicht unbedingt Schnee liegen – auch wenn das natürlich richtig schön wäre – aber zumindest kälter könnte es sein! Langsam frage ich mich, ob das mit dem WINTER überhaupt nochmal was wird…
Aber ich will mich an dieser Stelle ja nicht über das unweihnacht- und unwinterliche Wetter beschweren, ich möchte euch heute zeigen, wie wir Weihnachten feiern, was für uns zu Weihnachten dazu gehört. Sicherlich gibt es doch auch bei euch Traditionen… Meine inzwischen schon verstorbene Oma kam aus Schlesien und somit sind wir in puncto Essen ein wenig schlesisch geprägt – vor allem an Weihnachten! An Heilig Abend gibt es bei uns zum Mittagessen traditionell Schlesische Weißwurst (vom Metzger unseres Vertrauens, der die noch nach schlesischem Rezept und ausschließlich in der Weihnachtszeit anbietet) mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Dafür ist in der Regel meine Mama zuständig 🙂 Morgen kommt sie deshalb zu uns – der Vollblutpapi muss nämlich an Heilig Abend leider arbeiten. Ja, auch an Feiertagen muss der Brandschutz sichergestellt werden!

 Der Mohnstollen

Ich stand heute schon in der Küche und war fleißig: ich habe schlesischen Mohnstollen gebacken. Das Rezept wird seit Jahren in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben – naja, genau genommen ist es nur eine Zutatenliste mit Mengengaben *lach* Ich habe keine Ahnung, wie lange das schon zurückreicht, aber ich glaube meine Uroma hat den als Kind schon gegessen 😉 Und bevor die Frage kommt: nein, ich rücke es nicht raus! Das haben schon so viele im Freundeskreis versucht… Gewisse Dinge muss man sich bewahren, finde ich. Und weil er hier so heiß begehrt ist, muss ich eigentlich immer zwei Stollen backen: einen mit und einen ohne Rosinen in der Mohnfüllung! Es gibt nämlich äußerst viele Menschen, die keine Rosinen mögen… Dieses Jahr habe ich aber nur einen Rosinen gebacken, weil dieses Jahr über die Feiertage viele Stollen-Esser im Urlaub sind 😉 Und wer sich jetzt fragt „Hä, warum backt sie den denn, wenn es von Generation zu Generation weitergegeben wird?!“ – der Kelch ist an meiner Mutter vorüber gegangen. Das liegt vermutlich daran, dass ich meiner Oma von klein auf geholfen habe und diese Aufgabe ganz selbstverständlich übernommen habe, als sie es selber nicht mehr konnte. In unserem Fall hat die „Tradition“ also eine Generation übersprungen 😉 Und ich mache es gerne. Ein Weihnachten ohne Mohnstollen ist kein richtiges Weihnachten. Selbst letztes Jahr nur gute 4 Wochen nach Mausekind’s Geburt, habe ich Stollen gebacken – da hatte niemand mit gerechnet!
Gegessen wird er bei uns übrigens zum ersten Mal zum Kaffee an Heilig Abend. Und dann an den Weihnachtsfeiertagen. Den Rest gibt es dann meistens zu Silvester und/oder Neujahr. So lange hält er sich, wenn man ihn kühl lagert. Man kann ihn aber auch super einfrieren 🙂

Der Weihnachtsbaum

Zu Weihnachten gehört natürlich auch ein Weihnachtsbaum! Eigentlich stellen wir ihn immer erst am 23.12. auf. In meiner Kindheit war es so, dass Oma den Stollen gebacken hat, mein Vater hat sich mit dem Weihnachtsbaum befasst und meine Mutter mit dem ganzen Rest *lach* In diesem Jahr haben wir den Baum aus organisatorischen Gründen schon letzte Woche Donnerstag aufgestellt und geschmückt. Zwergenmann war ganz fasziniert und hat viel geholfen. Farblich erstrahlt er dieses Jahr in den Farben blau-silber-weiß. Hatte ich meinem Mann letztes Jahr versprochen. Der Vollblutpapi ist nämlich ein riesen Football-Fan. Genau genommen Dallas Cowboys Fan. Und deren Vereinsfarben sind halt blau, silber und weiß. Immerhin durften die Strohsterne mit dran (weil das Logo der Cowboys ja auch ein Stern ist *lach*) und eine Dallas-Cowboys-Christbaumkugel blieb mir auch (noch) erspart 😉 Im nächsten Jahr darf ich dann wieder die farbliche Gestaltung übernehmen und dann werde ich auch mal den alten Christbaumschmuck aus meiner Kindheit wieder rausholen, den ich damals schon an den Baum gehängt habe: kleine Holzfiguren.

Die Krippe

 

Habt ihr eine Krippe?! Bei uns gibt es eine Krippe von HABA, die auch schon seit dem 1. Advent auf dem Schrank unter dem Fernseher steht und fleißig bespielt wird – dafür ist sie ja auch gedacht 🙂 Neben der Heiligen Familie mit Stall, Ochs, Esel und Weihnachtsstern haben wir auch noch einen Engel, einen Schäfer mit Schäferhund und Schafen und die Heiligen drei Könige. Auf meiner Wunschliste stehen noch die Kamele zu den Königen 😉 Dieses Jahr bin ich irgendwie voll drüber weg gekommen, also gibt es die erst nächstes Jahr.

 

Bei meiner Mutter steht eine ganz wundervolle Krippe, die mich in meiner Kindheit schon fasziniert hat und die sie uns vermachen möchte, wenn Mausekind und Zwergenmann etwas älter sind. Denn die Figuren sind recht filigran und könnten bei ruppigem Umgang kaputt gehen. Ich wurde damals auch immer gut beobachtet, wenn ich damit gespielt habe. Wer sich nun denkt „Oh, die sehen aber teuer aus.“, der hat Recht. Diese Figuren der Firma RUCO haben es preislich in sich… Wir haben mal irgendwann ein Schaf nachgekauft, weil eines kaputt gegangen ist, und das alleine hat schon um die 20 Euro gekostet. In einem Geschäft hier in der Stadt bekommt man sehr viele weitere Sachen – auch da stehen noch die Kamele für die Könige auf meiner persönlichen „Muss-ich-noch-haben-Liste“, aber zuerst muss ich dafür mal das Geld „übrig“ haben *lach* Denn ein Kamel kostet über 100 Euro… 😉 Schade finde ich nur, dass sich das Design im Laufe der Jahre ein wenig geändert hat – die alten Figuren, die wir noch haben, finde ich irgendwie schöner als die neueren. Aber trotzdem sind sie einfach nur schön! Für den Stall werde ich im kommenden Jahr mal neues Moos in unserem Garten abstechen – wir haben an einer Stelle unheimlich viel und der Stall braucht dringend mal eine neue Schicht 😉

 

Die Dekoration

Mit Weihnachtsschmuck im und ums Haus habe ich mich in diesem Jahr zurückgehalten. Den alten Klimbim habe ich letztes Jahr beim Umzug entsorgt, weil mir die Sachen einfach nicht mehr gefallen haben und ein Teil war auch schon hier und da etwas kaputt. Auf dem Esstisch steht der Adventskranz und auf einem kleinen „Rauchertisch“ mit Messingbeschlag (den hat der Vollblutpapi geerbt und er ist wirklich wunderschön) stehen unsere Barbarazweige und das Rica-Buch. Die Barbarazweige fangen übrigens passend zu Weihnachten an aufzublühen! Das Rica-Fensterbild haben wir am Wohnzimmerfenster gestaltet. Hier und da steht noch ein Elch oder ein kleines Holzschaukelpferd, das war’s dann aber auch schon… Aber für nächstes Jahr habe ich mir richtig was vorgenommen, ich hab jetzt ja dieses tolle Buch mit der schwedischen Dekoration!!!

 

Draußen hängt – gegen den Willen des Vollblutpapis – ein Kranz an der Tür. Er hat’s nich so mit Deko, findet das eher überflüssig. Ist halt ein Mann 😉 Und den großen unbepflanzten Blumenkübel vor dem Garagentor (das wir nicht als solches nutzen), habe ich mit einem Weidenkranz und einer Laterne ein wenig aufgepeppt. Am Haus soll sich im nächsten Jahr aber noch einiges tun und dann werde ich da ein paar dauerhafte Dekoelemente anbringen, die man dann passend zur Jahreszeit umgestalten kann.

 

Heilig Abend

Die Weihnachtsfeiertage verbringen wir dieses Jahr etwas anders als sonst: der Vollblutpapi muss ja an Heilig Abend arbeiten. Die Oma kommt dann zum Mittagessen und danach gehen wir zusammen mit Zwergenmann und Mausekind zum Krippenspiel in die Kirche. Anschließend gibt es noch Kaffee und Mohnstollen und dann trennen sich an diesem Tag unsere Wege. Ich werde die Kinder dann noch ganz gemütlich baden, die Geschichte von den „Kerzen vom Christkind“ erzählen und nach dem Abendbrot geht es dann ins Bett.

25. Dezember

Am 25. Dezember kommt der Vollblutpapi morgens von der Schicht. Zum Mittagessen kommen dann die Großeltern. Dieses Jahr gibt es bei uns Hirschgeschnetzeltes mit Rotkohl und selbstgemachten Spätzle. Lecker!!! Danach dürfen alle einen Verdauungsspaziergang machen und ich bleibe hier und räume auf – und öffne dem Christkind die Tür! Ich bin schon so gespannt auf die Augen der Kinder, wenn sie nach dem Spaziergang die Geschenke unterm Baum entdecken 🙂 Ich hoffe ja, dass das Christkind auch Zwergenmann’s größten Wunsch erfüllt: die „Ampel“ für seine Brio-Eisenbahn… Wenn wir nicht noch zu vollgefressen vom Mittagessen sind, gibt es nach der Bescherung noch Kaffee und Mohnstollen – mein Schwiegervater freut sich schon das ganze Jahr drauf! Und danach kehrt dann langsam wieder Ruhe ein…

26. Dezember

Auch am 26. Dezember muss der Vollblutpapi den Brandschutz sicherstellen – er hat Schicht. Bei uns ist dann nichts weiter geplant und wir lassen es ruhig und gemütlich angehen. Zwergenmann und Mausekind werden sicherlich mit ihren Geschenken beschäftigt sein und ich werde das Chaos beseitigen *lach* Bei gutem Wetter geht’s nachmittags dann noch raus an die frische Luft 🙂

Und ihr so?!

Wie verbringt ihr die Feiertage? Gibt es bei euch auch Bräuche und Rituale. Ich hoffe ja sehr, dass der Vollblutpapi im nächsten Jahr nicht an Heilig Abend arbeiten muss – dann kann ich euch nämlich erzählen, wie es bei uns eigentlich abläuft… *lach* Dieses Jahr machen wir halt das Beste draus.

 

Merken

Merken

Kommentar verfassen